Der August begann für mich mit einem Kinobesuch und zwei Filmen aus dem guten alten Fernsehen
Maria, ihm schmeckt’s nicht
Smokin’ Aces
Solange du da bist
Maria, ihm schmeckt’s nicht @ Rex Filmpalast, Pforzheim
Nicht zum ersten Mal hatte ich es hier mit einer Buchverfilmung zu
tun, ohne die Vorlage auch nur ansatzweise zu kennen. Vielleicht aber
auch okay so, mir wurde geflüstert dass das Buch, im Gegensatz zum
Film, im Episodenformat geschrieben ist, also ein Vergleich die
Bewertung des Films eh nur erschwert hätte.
Der Streifen mit dem komisch anmutenden Titel ist eine so genannte
„Culture-Clash”-Komödie, soll bedeuten dass vor allem die sich bei
aufeinanderprallenden Kulturen ergebenden Situationen für die Lacher
herhalten. In diesem Fall wären da italienisches Temperament,
Heimatverbundenheit und Sprachbarrieren aufseiten von Sara und ihrer
Familie; und deutscher Ordnungssinn und „Spießbürgertum” bei Jan und
seiner Sippe.
Jan und Sara wollen heiraten, und da dem lieben Papa der Braut nicht
widersprochen wird, findet die Zeremonie inklusive Drumherum im
süditalienischen Heimatdorf des Clans statt.
Aus dieser Grundsituation entspinnt sich dann eine Komödie, die
einiges gut und nett macht, über den Status der „netten Komödie” aber
eben nicht herauszukommen vermag. Natürlich gibt es den üblichen
„Deutscher spricht italienisches Wort falsch aus, Gelächter”-Gag,
natürlich geht das Paar zwischenzeitlich auseinander. Alles ein wenig
vorhersehbar und wenig besonders, aber doch immer wieder mit netten
Szenen gespickt.
Diese Lichtblicke werden zum Einen von Christian Ulmen, den ich als
Schauspieler und Komiker sehr schätze, vor allem aber von Lino Banfi in
der Rolle des italienischen Familienoberhaupts getragen. Er kommt immer
charmant und lustig herüber, zum Beispiel wenn er Jans Vater (ein
Philosophie-Professor) weismachen will, dass Machiavelli und Freud gute
Freunde waren, oder wenn sich bei ihm immer wieder Parallelen zur
deutschen Denkweise zeigen.
Mehr wird aber leider nicht unbedingt geboten, es reiht sich weder
Knallerwitz an Knallerwitz noch entsteht eine großartig begeisternde
Atmosphäre, die etwa das italienische Flair rüberbringen würde.
Bleibt also eine charmante, aber wenig begeisternde Sommerkomödie,
die durch die männlichen Hauptdarsteller zu einem Film wird, den man
sich ruhig einmal anschauen kann, wenn man nach netter Unterhaltung
sucht.
Reicht dann doch für ganze
6,5/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 6/10 Bei filmszene.de: 5/10
Bei den nächsten beiden Filmen mach ich’s kurz:
Smokin’ Aces @ Pro7
Schneller, verworrener, abgefahrener Actionfilm mit unglaublich
gutem Handlungstwist. Interessante und verrückte Charaktere, die aber,
wie o oft bei zahlreichem Aufkommen, (zu) wenig einzeln behandelt
werden. Guter, teils derber Humor und einfach eine gut ausgearbeitete,
straffe Storyline. Trotz der Straffheit aber noch ein paar unnötige
Szenen, die von der Regie und vom Drehbuch anders hätten gelöst werden
können, da ich mich nach dem Film doch teilweise fragte, was dieser
Handlungsfaden oder jener Charakter nun sollte. Und nochmal: wirklich
toller Twist am Ende!
Da ich Filme dieser Art mag:
7,5/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 7/10 Bei filmszene.de: 7/10
Solange du da bist @ ARD
Um es mit den Worten der Nachrichtensprecherin zu sagen, die
„Solange du da bist” im Rahmen des ARD-Sommerkinos ankündigte: Ein
wirklich süßer Film. Das ist er auch wirklich, Reese Witherspoon ist
einfach zum knutschen. Eine für RomComs interessante Storyline ist
vorhanden: Mann zieht in ein Haus ein und sieht den Geist einer
verunglückten, im Koma liegenden Frau. Nur er kann sie sehen, will ihr
helfen, beide kommen sich näher. Die Idee mit dem Geist birgt aber auch
reichlich Platz für Logiklöcher (Geist läuft durch Tisch, kann aber
darauf sitzen etc), außerdem driftet alles sehr stark ins
Romantische-Komödien-Einerlei ab, kommt dort eigentlich nie heraus.
Schade für die Idee, die eigentlich soliden Hauptdarsteller und Jon
Heder in der Rolle des (positiv) nerdig-ulkigen Geistersehers.
Würde gerne mehr geben, aber
5/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 6/10 filmszene.de: 7/10