Anfang August durfte ich zwei Klassiker im Rahmen der ARD-Reihe
"Sommerkino" genießen, sogar im Doppelpack hintereinander. Es handelt
sich um:
Blade Runner - Final Cut
und
1984
Blade Runner - Final Cut @ ARD
Blade Runner aus dem Jahr 1982 wird als einer der wegweisenden Science-Fiction-Filme angesehen, der, vielleicht zusammen mit Star Wars, das Genre maßgeblich beeinflusst und geprägt hat. Final Cut
bedeutet in diesem Fall, dass dies die endgültige, Finale, so von
Regisseur Ridley Scott gewünschte Version ist. Ich habe keine andere
Version gesehen, kann daher also nichts zu den Unterschieden sagen.
Kurzer Storyumriss für die, die's nicht kennen: Harrison Ford spielt
einen Blade Runner, dessen Job es ist, Replikanten zu jagen.
Replikanten sind dem Menschen fast gleiche Roboter. Da sich einige von
ihnen gegen die Menschen gewandt haben, müssen sie zerstört werden. Im
Jahr 2019 wird Fords Charakter also aus dem Ruhestand geholt, um ein
paar Replikanten den Gar aus zu machen.
Zu Beginn zeigt Ridley Scott seine düstere Zukunftsvision,
Charaktere werden eingeführt, teils längere Einstellungen auch der
Straßen der Metropole verdichten die Atmosphäre. Dieser Beginn ist
völlig unaufgeregt, fast unterkühlt. Und das ist mein Problem mit dem
Film: Diese Ruhe, Unterkühltheit zieht sich durch den ganzen Film.
Selbst als die Suche nach den Replikanten im Stile eines Detektivfilms
beginnt, bleibt dies so, selbst "Verfolgungsjagden" wirken ziemlich
langsam. So habe ich dem Geschehen eher zugeschaut, als dass ich
wirklich hineingezogen wurde. Die Action- und Kampfsequenzen, u.a. auch
Teile des Showdowns, wirkten auf mich teils unfreiwillig komisch
choreographiert.
Trotzdem muss man sagen dass die Story um Replikanten und Menschen
in ihrer Idee und Auführung grandios zeitlos ist. Wir sehen hier die
später oft verwendete Idee "Roboter/Maschine wendet sich gegen die
Menschen", später u.a. zu sehen in Matrix, Terminator oder I Robot. Es
werden philosophische Fragen angedeutet, etwa ob Replikanten nicht
lebenswert sind, wo sie doch in Gefühlen und Handeln dem Menschen
gleich sind? Was macht das Menschsein aus? Der Film besitzt einfach
Tiefe, auch durch die Endsequenz, die einen großen Storytwist zumindest
andeutet, nach dem man im Film auch suchen kann. Außerdem wird die
Zukunftsvision mit guten Bildern dargestellt und es wird tolle Symbolik
verwendet.
Blade Runner ist für mich nicht das große Meisterwerk, als
das es oft gesehen wird, dafür ist mir alles ein wenig zu schleppend.
Ein wirklich guter Film mit Tiefgang ist es aber trotzdem, also
8/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 10/10 Bei filmszene.de: Unter der Reihe "Gold!" zu finden, was 10/10 und "Meisterwerk" entspricht
1984 @ ARD
"Big Brother is watching you". Diesen Spruch kennen wir wohl fast alle, und er entstammt dem Buch "1984", einer Dystopie von George Orwell. Dieser Film ist die zweite Verfilmung dieses Buches.
Es geht um zwei Liebende, die im fiktiven totalitären
Überwachungsstaat "Ozeanien" leben. In diesem Staat darf der Bürger
nicht frei denken, wer auch nur einen negativen Gedanken über den
"großem Bruder" hegt, gilt als "Gedankenverbrecher". Alles wird
rationiert, es wird eine neue Sprache eingeführt, in denen Wörter
einfach weggelassen werden, die sexuelle Lust soll abgeschafft werden.
Die Hauptperson ist im Geiste ein Rebell. Er schreibt in sein
Tagebuch, und wenn man die Einträge zu hören bekommt, stehen sie im
genauen Gegenteil zu seinem Verhalten in der Gesellschaft. Sein Job ist
die Zensur von Nachrichten. Symbolisch ist das Bild, wenn er die
ursprüngliche Nachricht im Ofen verbrennt: Da verbrennt die Wahrheit.
Er verliebt sich in ein weitere Rebellin. Irgendwann werden beide
als Gedankenverbrecher entlarvt. Er wird gefoltert, gebrochen. Beide
zerbrechen am Staat, an der Unterdrückung, es gibt kein Entrinnen.
Das alles ist unglaublich intensiv dargestellt, ohne Kompromisse, vor allem die Verhörszenen nehmen einen echt mit.
Sicher ein Film der nicht jedermann gefallen wird, aber die
Botschaft dahinter ist klar und eindrucksvoll. Auf beeindruckende Art
und Weise wird gezeigt, was passiert, wenn der Bürger entmündigt wird.
Ich war danach leicht geflasht. Es gibt ein paar Längen im Film, die
wohl der nahen Umseezung des Buches geschuldet sind, so manche
Botschaft mag nicht klar ankommen, aber insgesamt sind das der
unglaublichen Atmosphäre geschuldete
8,5/10 Punkte