Drei Filme die ich Anfang September gesehen habe, also schon eine Weile her, aber here you go:
Babel
Bierfest
Jay & Silent Bob schlagen zurück
Babel @ ARD
Babel ist ein, übrigens hochgelobter, Episodenfilm von Alejandro González Iñárritu, der bekannt ist durch die Filme 21 Gramm und Amores Perros.
In Babel gibt es vier Episoden:
1.: Die Söhne eines marokkanischen Hirten bekommen ein Gewehr in die
Hand, spielen ein wenig damit herum, schießen auf einen Bus - und
treffen dabei aus versehen eine amerikanische Touristin. Sie müssen mit
den Folgen umgehen, haben Schuldgefühle, werden von der Polizei
gestellt, ihr Vater wird auch verwickelt.
2.: Ein Ehepaar (Brad Pitt und Cate Blanchett) macht Urlaub in
Marokko, zwischen beiden kriselt es. Als sie mit ihrer Reisegruppe
durch's Land fahren, wird die Frau angeschossen, niemand weiß woher.
Die Medien gehen von einem Anschlag aus, es gibt Probleme mit
medizinischer Versorgung, dabei kommen sich beide zwangsweise wieder
näher.
3.: Eine mexikanische Nanny passt auf zwei Kinder auf, deren Eltern
im Urlaub in Marokko sind. Sie nimmt die Beiden mit nach Mexiko auf
eine Hochzeit, bei der Rückkehr in die USA gibt es Komplikationen, sie
wird für eine illegale Einwanderin gehalten, Chaos.
4.: In Japan hat eine taubstumme Volleyballspielerin Probleme mit
ihrer Sexualität, dem Tod ihrer Mutter und ihrer eigenen misslichen
Lage. Sie will verstanden werden, aber niemand tut dies so richtig. Zu
allem Überfluss kommt auch noch die Polizei und befragt ihren Vater
über den unklaren Tod ihrer Mutter, außerdem wurde mit einer Waffe, die
einst ihm gehörte, jemand in Marokko angeschossen.
Man sieht wie alle Episoden verknüpft sind, wirklich begegnen tun
sie sich jedoch nicht. Für mich liegt es daher nahe, jede von ihnen
einzeln zu bewerten bzw zu vergleichen. Die für mich beste Episode ist
jene in Japan. Man kann hier wirklich mit dem armen Mädchen mitfühlen,
die Szenen kommen - situationsbedingt - ohne viel Dialog aus, was dem
Film gut tut. Außerdem gibt es da die überwältigende Szene in einem
Nachtclub, der ein einziger Bild- und Tonrausch ist. Leider stimmt hier
die schauspielerische Leistung nicht ganz.
Die beiden Episoden in Marokko sind an Dramatik und Intensität kaum
zu überbieten, außerdem sind Brad Pitt und Cate Blanchett wirklich gut
und überzeugend. Für mich bleibt aber ein etwas fader Beigeschmack,
hier hätte man von der Handlung her etwas mehr herausholen können, auch
die Bilder haben mich nicht überzeugt. Komische Aufnahmen der
Darsteller, Landschaftsaufnahmen ohne Aussage an komischen
Zeitpunkten...naja.
Das Geschehen um die Nanny und die beiden Kinder wiederum ist
irgendwie komplett belanglos, langweilig, mit komischen Wendungen.
Ärgerlich.
Die Prämisse des Films ist grundsätzlich interessant und gut
durchdacht: Wir sehen was passiert wenn Menschen sich nicht richtig
verständigen und falsch verstehen. Es entstehen Missverständnisse mit
teils ausufernden Folgen, dies wird auch eindrucksvoll dargestellt.
Meiner Meinung nach wirkt dieser Effekt aber zu sehr konstruiert durch
teils sehr irrationale Handlungen, es wird alles ein wenig wackelig
hingeschustert. Auch teils große Längen, vor allem verursacht durch die
Mexiko-Episode, stören den Filmgenuss.
Eine gute Grundidee also, das Gerüst steht aber nicht ganz
sattelfest, an den falschen Punkten hapert es. Nur verschachtelte
Erzählweise mit großem, übergeordnetem Gedanken reicht mir einfach
nicht.
6,5/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 10/10 Bei filmszene.de: 9/10
Bierfest @ Pro7
Bierfest ist ein spezieller Fall. Eine der Komödien, die man für
ihren bescheuerten Humor, die zahlreich vorhandenen Kalauer und die
platten Alkoholwitze verbieten sollte.
Aber, Jungs (und nur die sind jetzt mal angesprochen, es sei denn
ihr seid weiblich und trinkt mehr als einen Liter Bier pro Woche), mal
ehrlich: Einen Film über zwei Brüder, die auf das Oktoberfest gehen,
dort einen geheimen Saufwettbewerb der Nationen entdecken, ein Team
zusammenstellen und sich in skurillen Trinkspielen messen, muss man
einfach lieb haben.
etwa 20-30 Prozent der Witze sitzen, die Schauspieler sind B-Klasse.
Aber, hey es gibt ein paar geile Anregungen´für den nächsten
Bierspiel-Abend, und es fließen ne Menge Alkohol und
Unter-Der-Gürtellinie-Witze.
Um ihn angedödelt mit den Kumpels anschauen zu können reicht das
schon, zu mehr ist der Film aber nicht zu gebrauchen. Mehr will er aber
denke ich auch nicht.
4,5/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 5/10 Bei filmszene.de: 2/10
Jay & Silent Bob schlagen zurück @ Pro7
Kurzer Storyumriss: Jay, ein idiotischer, kiffender Prolet und sein
stiller Kumpel Silent Bob hängen wie immer vor dem örtlichen Store rum,
gehen zu schlechter Musik ab und verticken Gras. Als sie mitbekommen
dass ein Film über sie gedreht wird und deswegen im Internet schlecht
über sie geredet wird, ziehen sie los, um den Dreh zu stoppen.
Der Film ist eine einzige abgedrehte Satire, es gibt Anspielungen
auf alle möglichen Filme, es wird sich selbst nicht ernst genommen und
es gibt eine Menge toller kleinerer und größerer Gastauftritte, unter
anderem von Ben Affleck, Will Ferrell, Sean William Scott, Wes Craven,
Matt Damon und Jason Biggs.
Witze auf jedermanns kosten werden gemacht, so wird zum Beispiel
Jason Biggs nur der "Kuchenficker" genannt oder Ben Affleck und Matt
Damon reden über Good Will Hunting.
Die Stars bleiben hierbei aber zu jeder Zeit Jay und Bob. Jay
ist so herrlich debil und Bobs philosophische Ausbrüche, wenn er denn
mal redet, sind genial.
Ein genialer Trip ohne Verschnaufpause, mit großartigem Humor aller
Facetten und wahren Worten. Zitat: "Das Internet ist eine weltweit
genutzte Kommunikationsplattform, in der Leute über Filme motzen oder
sich 'ne Menge Pornos reinziehen."
Klare Empfehlung, Anschauen!
8/10 Punkte Filmstarts.de-Kritik: 7/10 Bei filmszene.de: 7/10