VfB Stuttgart 1 - 5 FC Bayern München
Wenn ein VfB-Fan Marke “von ganzem Herzen”, wie ich es einer bin,
dieses Ergebnis wahlweise auf Anzeigetafel oder Fernsehbildschirm
sieht, dann denkt er sich erst einmal “Irgendwas kann da nicht stimmen”.
Wenn er dann noch das gesamte Spiel gesehen hat, hat er sich das
zumindest während des gesamten hier beschriebenen
DFB-Pokal-Achtelfinalspiel gedacht. Und ist auf seinem Sofa erst auf
und abgehüpft. Hat geschriehen. Und ist dann immer weiter
zusammengesunken auf seinem bequemen blauen Sofa. Hat garnix mehr
gesagt. Bewegungen wurden dann auf ein gelegentliches Kopfschütteln
oder Kauen der zuckerhaltigen Nervennahrung beschränkt.
Es war keineswegs schön anzusehen, was der VfB da am Dienstag
abgeliefert hat. Was die Bayern gespielt haben, war durchaus schön
anzusehen. Clever herausgspielt, die entstehenden Lücken genutzt, den
Stuttgartern keine Chance gelassen. Respekt.
Aber zurück zu den Weiß-Roten. Natürlich kann man gegen einen
gewissen Rekordmeister aus München mal verlieren. Zumal ja auch Ribéry
dabei war /vgl. Bundesligaspieltag 17). Aber, ja genau, “nicht so”!
Das Mittelfeld wurde kampflos überlassen, Hitzlspergen und Kedhira
hatten da nichts im Griff. Viel zu viele Fehlpässe, vor allem von
Roberto “Ich-schöpfe-mein-Potenzial-nie-ganz-aus” Hilbert.
Die Abwehr kann ganz gut als absoluter Hühnerhaufen bezeichnet
werden, da war ja niemand beim entsprechenden Gegenspieler, da wurde
nicht rausgerückt und angegriffen, und wenn, dann zu spät und zu zweit
auf einmal. Zum Verzweifeln.
Und was hinten an Abstimmung und Sicherheit fehlte, fehlte vorne an
Druck und Ideen. Den FCB muss man stören, aus dem Konzept bringen. Das
hat bei der Liga-Begegnung gut geklappt, hier nun eben überhaupt nicht.
So also ein verdienter Sieg für die Gastmannschaft und für den VfB
hoffentlich eine Lehre, wie man sich einstellen muss. Kleine
Trainerkritik noch: Boulahrouz statt Delpierre, der nur einmal
trainiert hatte, wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Aber hilft ja auch
nix.
Immerhin hatte Lehmann die Arroganz von “Isch weiß nischt ob isch
ein’alte meine Vertrag” Bilal erahnt. Die war aber auch bis zu mir auf
meinem bequemen blauen Sofa zu riechen…