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CD-Rezensionen und Konzertberichte

Autor: M_C
Bewertung: 5,67 | 3 Stimmen
Beschreibung:

Hier wird über Cds geschriebn und die Meinung dazu abgegeben

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The Killers - Day & Age
von: M_C |  04.01.2009 03:26:23

Wer mal in mein last.fm-Profil geschaut hat oder mich (gut) kennt, weiß dass The Killers zu meinen absoluten Lieblingsbands zählen.

Ihr erstes Album, Hot Fuss zählt zu meinen liebsten Stücken Musik, mit Sam's Town und der Verwendung vom Mr. Brightside-Remix in Keinohrhasen wurden sie dann bekannter.

Jetzt ist Studioalbum Nummer drei da, und sie sind endgültig in den Charts angekommen. Die liegt vor allem an der Annäherung an die Popularmusik, weg vom einstigen Alternativ-/Indierock. Ich hab mir das ganze jetzt mal ne Zeit lang ausgiebig angehört und mal sehn was bei rauskommt ;)

Fangen wir mal am Anfang an: Die drei ersten Tracks, Losing Touch, Human und Spaceman, sind für mich die stärksten auf dem Album. Der Opener Losing Touch hätte so meiner Meinung nach auch noch auf Sam's Town sein können, was keinesfalls negativ zu verstehen ist. Wie der Song sehr ruhig beginnt und dann ab der Mitte aufkommt und sich entfaltet ist groß., der Text ("I ain't in no hurry, you go run and tell your friends I'm losing touch") auch.

Human dürfte allseits bekannt sein, läuft im Radio rauf und runter, durchaus zurecht. Tanzbarer, catchy  Refrain mit philosophischer (:P) Frage "Are we Human or are we Dancer?" zeichnen die Single aus. Dann folgt Spaceman. Über-Song. Ein "oh oh oh"-Teil zum mitsingen. Dieser Refrain, diese Melodie, dieses Tempo erinnern mich ein wenig an Hot Fuss, aber mit demdem in Day & Age an den Tag gelegten Sound. Dieser Sound geht in Richtung Synthesizer, Stimmeffekte, und Pop. Also, Spaceman: Grrrreat.

Nach dem Triumvirat aus den 3 tollen Songs geht es gut weiter. Joy Ride klingt, wie der Name, beschwingt und locker, macht gute Laune. A Dustland Fairytale macht ruhig weiter, macht aber weiterhin Spaß beim hören. Und wie auch Losing Touch geht der Song ab der Mitte nochmal ab, wird Laut, und Brandon Flowers singt mit seiner "New Freddie-Mercury"-Stimme von "Cinderella in a Party-Dress". Dafür haben die Killers ein Gespür auf diesem Album, den Songs einen Moment zu geben, an dem er dich mitnimmt. Und dann hörst du einfach gerne zu.

Überhaupt, Brandon Flowers. Neben dem meist guten Songwriting (melodietechnisch) ist seine Stimme das Kapital der Killers. Wie ers ie einsetzt, mal laut mal leise, ist einfach nur toll anzuhören.

Mit Track 6 beginnt dann der meiner Meinung nach etwas abfallende, weil irgendwie bedeutungslos anmutende Mittelteil. Vor allem die Refrains von This Is Your Life und I Can't Stay sind pop, pop, pop, seicht und easy. Mag funktionieren, für mich aber doch leicht fad.

Neon Tiger macht mit einer stark eingesetzten Flowers-Stimme, mehr Parts als Refrain-Strophe-Refrain und guter Instrumentalisierung wieder einiges besser.

The World We Live In ist dann wieder so ein Human-ähnlicher Kandidat, aber keineswegs so, wie soll ich sagen, mitnehmend. Passt auf's Album, bleibt aber ganz sicher nicht in Erinnerung.

Der Raussschmeißer der mit knapp 42 Minuten eigentlich nicht ausschweifenden Platte ist dann Goodnight, Travel Well. Kennt jemand The Little Things Give You Away von Linkin Park's "Minutes To Midnight"? Da haben sie sich in schleppendem Tempo, melancholisch und im Hintergrund mit großem Instrumenteinsatz etwas ausgetobt. Das gleiche tuen die Kilelrs mit Goodnight, Travel Well. Der Song vermittelt eigentlich genau den Titel. Man wird mit warmen Worten und schönem Sound entlassen, zufrieden. Ein tolles Stück Musik einfach dieser letzte Song, keinesfalls Singleambitionen, aber einfach schön.

Fazit also? Ich muss sagen dass ich am Anfang skeptisch war. The Killers haben einfach vom Debüt Hot Fuss zu Day & Age eine unglaubliche Wandlung durchgemacht, die man als Fan erstmal verarbeiten, verstehen und sich erhören muss. Den Menschen, die einfach nur Radio hören, gefällt's eh, und mir wie ihr gelesen habt mittlerweile auch.

Die neuen Queen? Soweit möchte ich nicht gehen, wird zwar manchmal behauptet, aber mal sehen. Die Stimme ist da, das Potenzial (siehe Human, Spaceman; Goodnight, Travel Well) auch. Auf jeden Fall sind sie aktuell eine der besten Bands im Bereich Rock-/Popmusik.


Day & Age bekommt von mir

8.5/10 Punkte


Anspieltipps: Losing Touch; Spaceman; Goodnight, Travel Well

 

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The Killers, Day & Age, Human

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24.11.: Shine On!
von: M_C |  23.12.2008 19:56:16

Noch scheint es, das wohlige, gute Gefühl, noch glitzern sie leicht, die Endorphine vom Montag, dem 24.11.08.

Montag, da hat eine gewisse Band namens “The Kooks” ein Konzert gespielt. Vorbands waren ein mir bis dahin unbekannter Mensch mit Akustikgitarre, Johnny Flynn, und die Mystery Jets.

Für die die’s interessiert wie das Konzert ablief, wie’s war und der ganze Kram, hier kommt der Bericht:

Um 17 Uhr 15 Mitteleuropäischer Zeit +1 traf sich ein Teil der Gerlinger Kooks-Gemeinde (weitere 3 Mädels waren zugegen, aber nicht cool genug für unsere Gruppe :P) an der Bahn und sind nach Stuttgart gefahren. Auf dem Weg ein paar Bier, gesponsort vom wochenendlichen Geburtstagskind, danke dafür!

Man war dann auch relativ früh da, genaugenommen 1 Stunde vor Einlaß. Trotzdem nicht unbedingt ganz vorne in der Schlange, aber okay.

Beim Einlaß ließ sich dann endgültig feststellen dass rothaarige ihre Karten wohl nicht wollen, das Kooks-T-Shirts kein so gutes Preis-Leistungsverhältnis haben und dass der Beethoven-Saal der Stuttgarter Liederhalle ganz nett anzusehen ist.

Dann folgte das übliche Pre-Concert-Geplänkel (sorry für den Anglizismus): Auf den Boden gegammelt, Fotos, jeden Techniker der auf der Bühne rumtapst bejubeln etc.

Als dann das Licht aus und weniger Licht als vorher wieder anging, standen alle auf. Ich wollte nicht, war so gemütlich grade. Außerdem dachte ich, dass der Blondling mit der Akustikgitarre, der auf die Bühne lief, bloß nochmal so ein Roadie oder whateever war. War er nicht, war der Johnny, der mit adrettem britischem Akzent meinte “Good Evening, my name is Johnny Flynn”. Okay. Als er dann, anfing zu spielen, schien sich bei den mich umgebenden Personen ein wenig die Langeweile ob des gefühlvollen Singer/Songwriter-Sounds breit zu machen, aber ich fand es durchaus toll. Werd ich mir mal acuh so anhören.

Anschließend kamen die Mystery Jets, die zweite Vorband. Optisch extrem gewöhnungsbedürftig mit Glitzer in den Haaren, dem Gesicht und sowieso allem, aber ich hatte vorher schon ein bisschen reingehört in ihre Musik, und die iste cht gut, also war die Stimmung am Steigen.

Nach einer weiteren halben Stunde Warten kamen sie dann, das Mainevent, die Kooks. Sie begannen mit Always Where I Need To Be, und es ging gleich ordentlich ab.

Eigentlich dachte ich dass es ein eher ruhigerer Abend werden würde, die Kooks sind ja nicht unbedingt für ihre Hüpftauglichkeit bekannt. Falsch gedacht, live sieht das Ganze doch anders aus, also war’s doch anstrengend, nass und vor allem geil!

Die Jungs haben dann alles aus ihrem Repertoire rausgeholt was ging, Shine On, She Moves In Her Own Way, Naive, Sofa Song, Want You Back, Do You Wanna und was es alles so gibt. Inklusive in-die-menge-springen des charismatischen Sängers Luke Pritchard.

Mein persönliches Hochlicht war als Luke nach einer kurzen Pause (und wohl auch einem kurzen Joint/einem kurzen Kurzen/einem Gläschen Whiskey/insert Rauschmittel here) wieder alleine, nur mit einer Akustik bewaffnet, auf die Bühne kam und Seaside und Jackie Big Tits zum besten gab. Gänsehaut.

Das kurze Intermezzo hinter der Bühne machte sich dann auch in Lukes Stimme bemerkbar, der hörbar ein wenig lallte…wenn er’s braucht, der Stimmung in der Halle und Qualität der Musik tat dies aber keinen Abbruch.

Nach weiteren Songs war’s dann endgüötig vorbei, ich brauchte erstmal was flüssiges, was ich dann in einem Liter Cola aus dem neben an liegenden (bzw. eher stehenden) Kino auch fand. Der Rest kaufte sich dann noch Poster für je 3 € bei so nem Typen vor der Halle (der muss GEwinn gemacht haben!!!).

Dann ging es mit dem Gefühl im Bauch, ein richtig gutes Konzert einer richtig, richtig guten Band miterlebt zu haben nach Hause. Gerne Wieder.
(Toller Schluss, gell :P)

 

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The Kooks, Kooks, Konzert, Stuttgart, Liederhalle, Mystery Jets, Johnny Flynn

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Rise Against - Appeal To Reason
von: M_C |  23.12.2008 19:37:18

Rise Against sind leider nicht so bekannt, wie sie es (meiner Meinung nach) sein sollten. Ein tolle Punkrock/Melodichardcore-Band, politisch, kritisch und mit einem grandiosen Sänger.

Der heißt Tim McIlrath und schreibt die Songs. Und der schreibt sie toll. Manchmal, wie bei solcher Musik üblich, schreit er auch. Auch ganz toll. Das letzte Album, The Sufferer And The Witness war groß, ganz groß.

Jetzt kam schon das fünfte Studioalbum, Appeal To Reason, raus. Und da schreibt der Tim die Songs etwas anders…

Und er schreit auch weniger. Aber lassen wir das Album erstmal beginnen…

Collapse (Post-America) eröffnet das Album ganz Rise Against-typisch. Treibende Drums, nette aufgedrehte Gitarren und Tim in topform. Fängt ganz nett an, ist nichts überraschendes.

“Long Forgotten Sons” zeigt dann aber die Richtung, in die diese Scheibe geht. Man drückt nicht voll aufs Gas, alles wird ein bisschen langsamer, fließender. Tims Gesang ist ausdrucksstark und klar, langgezogen.

Das gleiche lässt sich auch von den Songs “Audience Of One”, “The Strength To Go On” (sehr catchy!), “The “Dirt Whispered”, “Hairline Fracture”, “Whereabouts Unknown” und “From Heads Unworthy” sagen. Wobei letzteres noch einmal durch tollen Rhytmus und den Text heraussticht.

Ob einem diese Entwicklung zum nicht mehr so kantigen Sound gefällt, muss man selbst wissen. Diese Entwicklung zeigt sich bei allen Rise Against Alben…So war Unraveling noch rau und teils wirklich mit Core-Einflüssen, so ist diese Platte zwar immer noch Rise Against, aber doch anders.

Herauszuheben ist auf jeden Fall noch die Single “Re-Education”, die auch das Appeal-Tempo zeigt, dabei aber mit grandiosem Riff und klasse Refrain punktet.

Es gibt auch wieder schnelle drauf-drauf-Songs, diese gehören dann auch meist zu den stärkeren. “Entertainment” (mit Schrei!) und “Kotov Syndrome” sind Hymnen, wie man sie von RA gewphnt ist, passen aber dennoch ins Gesamtbild des Albums.

Und dann wäre da noch die fast schon obligatorische Akustik-Nummer. Hier heißt sie “Hero Of War” und handelt mehr oder weniger von den amerikanschen Soldaten im Krieg. Wie sie für ihr Land denken.Und bei diesem Song bekomem ich einfach Gänsehaut. Tims Gesang berührt, der Text und die Melodie tuen ihr übriges dazu. Dieses Lied ist eines der Stärksten, die ich seid langem gehört habe!

So lässt sich abschließend sagen, dass Rise Against sich mit diesem Album wieder ein Stück weiterentwickelt haben. Sicherlich in Richtung des sogenannten “Mainstreams”, aber sie bleiben gut und sich doch irgendwie treu. Es gibt einige Highlights und Rise Against-Standard, der liegt aber ziemlich hoch. Deswegen

8/10 Punkten


Anspieltipps: Re-Education (Through Labour); Hero Of War; Entertainment; From Heads Unworthy

 

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Rise Against, Appeal to reason

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Die Ärzte - Jazz ist anders
von: M_C |  23.12.2008 19:34:57
Das erste Studioalbum der Ärzte seit 4 Jahren. Ich maße mir hier mal an sie  zu bewerten.

Beginnen wir mit der Verpackung, die ersteinmal sofort ins Auge sticht: Das neue Album kommt in einer kleinen Pizzaschachtel mit links zusehendem Pizzabäcker-Cover. Die nächste Überraschung beim einlegen der CD: Die CD sieht aus wie eine Pizza, außerdem liegt noch eine Mini-CD in Form einer Tomate bei, zu dieser später mehr. Aber zur Musik: Der erste Track “Himmelblau” ist ein solider Opener, der zwar nicht sofort mitreist, aber typisch Farin Urlaub Lust auf mehr macht. Schon der 2. Song “Lied vom Scheitern” überzeugt dann aber voll und ganz, den Refrain singe ich beim zweiten hören lauthals mit “Du bist immer dann am besten, wenns dir eigentlich egal ist”. Nummer 3 ist dann Rods erster Auftritt. “Breit” Reist mit und nimmt wunderbar die Drogenexzesse vieler Rockmusiker auf die Schippe.

Ein richtiger Kracher folgt dann mit “Lasse redn” von Farin. Mit einer Melodie die super zum Schunkeln und Mitgehen einlädt singen dä “Lass die Leute redn und lächle einfach mild. Diemeisten Leute haben ihre Bildungaus der Bild”. Das ist Songwriting auf hohem Niveau. Mit Nummer 5 “Die ewige Maitresse” Folgt ein schnellerer Song, kein Tophit, aber er passt sehr gut ins Album.

“Junge” ist sicher schon bekannt, ist ja die erste Singleauskopplung. Muss man wohl nicht mehr viel sagen, ein Hit. “Nur ein Kuss” ist dann eine wundrbare Akustik-Nummer, die vom (vergeblichen) Glauben an die Liebe handelt, ein wunderbares Lied! Typisch Ärzte: auch in diesem Liebeslied ein wenig ausfallendes: “Ich schnitt den Fremden auf, bloß ein kleine Stück - und ich holte mir mein Herz zurück”. Mit “Perfekt” folgt ein weiterer Hit, ein klarer Kandidat für eine Singleauskopplung. Zu toller Ärzte-Melodie singt Bela B. von Erwartungen an die Liebe.

An Nummer 9 steht “Heulerei”, und wer sich denkt warum die ärzte so ernst sind auf diesem Album bekommt jetzt seine etwas punkigere Nummer. In “Licht am Ende des Sarges” erzählt Bela über einen lustigen Vampir. Einer meiner Favoriten ^^ “Niedliches Liebeslied” ist genau das was der Titel aussgat, nicht mehr und auch nicht weniger. Diese klitzekleine Schwäche wird ausgeglichen durch das überraschende “Deine Freundin(wäre mir zu anstrengend)”, dass dem Namen des Album alle Ehre macht(locker daherswinegende Jazz/Funknummer) und auch textlich voll überzeugt.

“Allein” beginnt mit AC/DC mäßigen Glocken, geht dann über in eine typische Ärzte Ansage, es geht um Lebensziele und Versäumnisse. Wunderbarer Refrain mit tollen Gitarren! Dann kommt “Tu das nicht”, einer meiner Lieblinge. Bela kritisiert ironisch und schreiend die übertrieben Verurteilung von Raubkopieren (zur Erinnerung: Ärzte Cds sind meist ohne Kopierschutz). Einfach wunderbar, hab teilweise Tränen gelacht! “Living Hell” ist imo ein weiterer Singlekandidat. Zum Text nur: “Ich brauch kein Haus aus purem Gold(…)ich will nicht müssen was ich muss(…)ich will nur etwas Ruhe”. Mit “Vorbei ist vorbei” findet dieses gelungene Album einen würdigen Abschluss.

Insgesamt kann man zum neuen Album sagen: Die Ärzte blödeln nicht mehr soviel herum wie in früheren Tagen, bleiben sich aber treu und machen einfach gute Musik. Live klingen die neuen Songs auch ziemlich gut, kommen da aber nicht ganz an die Klassiker ran mangels Hüpfpotenzial. Zur Bonus CD: Die Ärzte besingen sich in 3 Songs augenzwinkernd selbst, eine nette Dreingrabe!

Wertung: 7.5/10 Punkten


Anspieltipps: Lasse redn, Nur einen Kuss,  Living Hell


 

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Die Ärzte, Ärzte, Jazz ist anders

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