 |
CD-Rezensionen und Konzertberichte
Hier wird über Cds geschriebn und die Meinung dazu abgegeben |
|
|
Themenmitglied werden?
|
|
|
|
|
| The Killers - Day & Age
|
|
von: M_C |  04.01.2009 03:26:23
|
|
|

Wer mal in mein last.fm-Profil geschaut hat oder mich (gut) kennt, weiß dass The Killers zu meinen absoluten Lieblingsbands zählen.
Ihr erstes Album, Hot Fuss zählt zu meinen liebsten Stücken Musik, mit Sam's Town und der Verwendung vom Mr. Brightside-Remix in Keinohrhasen wurden sie dann bekannter.
Jetzt ist Studioalbum Nummer drei da, und sie sind endgültig in den
Charts angekommen. Die liegt vor allem an der Annäherung an die
Popularmusik, weg vom einstigen Alternativ-/Indierock. Ich hab mir das
ganze jetzt mal ne Zeit lang ausgiebig angehört und mal sehn was bei
rauskommt ;)
Fangen wir mal am Anfang an: Die drei ersten Tracks, Losing Touch, Human und Spaceman, sind für mich die stärksten auf dem Album. Der Opener Losing Touch hätte so meiner Meinung nach auch noch auf Sam's Town sein können, was
keinesfalls negativ zu verstehen ist. Wie der Song sehr ruhig beginnt
und dann ab der Mitte aufkommt und sich entfaltet ist groß., der Text ("I ain't in no hurry, you go run and tell your friends I'm losing touch") auch.
Human dürfte allseits bekannt sein, läuft im Radio rauf und
runter, durchaus zurecht. Tanzbarer, catchy Refrain mit
philosophischer (:P) Frage "Are we Human or are we Dancer?" zeichnen
die Single aus. Dann folgt Spaceman. Über-Song. Ein "oh oh oh"-Teil zum
mitsingen. Dieser Refrain, diese Melodie, dieses Tempo erinnern mich
ein wenig an Hot Fuss, aber mit demdem in Day & Age an den Tag
gelegten Sound. Dieser Sound geht in Richtung Synthesizer,
Stimmeffekte, und Pop. Also, Spaceman: Grrrreat.
Nach dem Triumvirat aus den 3 tollen Songs geht es gut weiter. Joy Ride klingt, wie der Name, beschwingt und locker, macht gute Laune. A Dustland Fairytale
macht ruhig weiter, macht aber weiterhin Spaß beim hören. Und wie auch
Losing Touch geht der Song ab der Mitte nochmal ab, wird Laut, und
Brandon Flowers singt mit seiner "New Freddie-Mercury"-Stimme von
"Cinderella in a Party-Dress". Dafür haben die Killers ein Gespür auf
diesem Album, den Songs einen Moment zu geben, an dem er dich mitnimmt.
Und dann hörst du einfach gerne zu.
Überhaupt, Brandon Flowers. Neben dem meist guten Songwriting
(melodietechnisch) ist seine Stimme das Kapital der Killers. Wie ers ie
einsetzt, mal laut mal leise, ist einfach nur toll anzuhören.
Mit Track 6 beginnt dann der meiner Meinung nach etwas abfallende,
weil irgendwie bedeutungslos anmutende Mittelteil. Vor allem die
Refrains von This Is Your Life und I Can't Stay sind pop, pop, pop, seicht und easy. Mag funktionieren, für mich aber doch leicht fad.
Neon Tiger macht mit einer stark eingesetzten Flowers-Stimme,
mehr Parts als Refrain-Strophe-Refrain und guter Instrumentalisierung
wieder einiges besser.
The World We Live In ist dann wieder so ein Human-ähnlicher
Kandidat, aber keineswegs so, wie soll ich sagen, mitnehmend. Passt
auf's Album, bleibt aber ganz sicher nicht in Erinnerung.
Der Raussschmeißer der mit knapp 42 Minuten eigentlich nicht ausschweifenden Platte ist dann Goodnight, Travel Well. Kennt jemand The Little Things Give You Away
von Linkin Park's "Minutes To Midnight"? Da haben sie sich in
schleppendem Tempo, melancholisch und im Hintergrund mit großem
Instrumenteinsatz etwas ausgetobt. Das gleiche tuen die Kilelrs mit Goodnight, Travel Well.
Der Song vermittelt eigentlich genau den Titel. Man wird mit warmen
Worten und schönem Sound entlassen, zufrieden. Ein tolles Stück Musik
einfach dieser letzte Song, keinesfalls Singleambitionen, aber einfach
schön.
Fazit also? Ich muss sagen dass ich am Anfang skeptisch war. The
Killers haben einfach vom Debüt Hot Fuss zu Day & Age eine
unglaubliche Wandlung durchgemacht, die man als Fan erstmal
verarbeiten, verstehen und sich erhören muss. Den Menschen, die einfach
nur Radio hören, gefällt's eh, und mir wie ihr gelesen habt
mittlerweile auch.
Die neuen Queen? Soweit möchte ich nicht gehen, wird zwar
manchmal behauptet, aber mal sehen. Die Stimme ist da, das Potenzial
(siehe Human, Spaceman; Goodnight, Travel Well) auch. Auf jeden Fall
sind sie aktuell eine der besten Bands im Bereich Rock-/Popmusik.
Day & Age bekommt von mir
8.5/10 Punkte
Anspieltipps: Losing Touch; Spaceman; Goodnight, Travel Well
|
|
|
Tags: The Killers, Day & Age, Human
|
| Kommentare (1) |
|
|
|
|
| 24.11.: Shine On!
|
|
von: M_C |  23.12.2008 19:56:16
|
|
|
Noch scheint es, das wohlige, gute Gefühl, noch glitzern sie leicht, die Endorphine vom Montag, dem 24.11.08.
Montag, da hat eine gewisse Band namens “The Kooks” ein Konzert gespielt. Vorbands waren ein mir bis dahin unbekannter Mensch mit Akustikgitarre, Johnny Flynn, und die Mystery Jets.
Für die die’s interessiert wie das Konzert ablief, wie’s war und der ganze Kram, hier kommt der Bericht:
Um 17 Uhr 15 Mitteleuropäischer Zeit +1
traf sich ein Teil der Gerlinger Kooks-Gemeinde (weitere 3 Mädels waren
zugegen, aber nicht cool genug für unsere Gruppe :P) an der Bahn und
sind nach Stuttgart gefahren. Auf dem Weg ein paar Bier, gesponsort vom
wochenendlichen Geburtstagskind, danke dafür!
Man war dann auch relativ früh da, genaugenommen 1 Stunde vor
Einlaß. Trotzdem nicht unbedingt ganz vorne in der Schlange, aber okay.
Beim Einlaß ließ sich dann endgültig feststellen dass rothaarige
ihre Karten wohl nicht wollen, das Kooks-T-Shirts kein so gutes
Preis-Leistungsverhältnis haben und dass der Beethoven-Saal der
Stuttgarter Liederhalle ganz nett anzusehen ist.
Dann folgte das übliche Pre-Concert-Geplänkel (sorry für den
Anglizismus): Auf den Boden gegammelt, Fotos, jeden Techniker der auf
der Bühne rumtapst bejubeln etc.
Als dann das Licht aus und weniger Licht als vorher wieder anging,
standen alle auf. Ich wollte nicht, war so gemütlich grade. Außerdem
dachte ich, dass der Blondling mit der Akustikgitarre, der auf die
Bühne lief, bloß nochmal so ein Roadie oder whateever war. War er
nicht, war der Johnny, der mit adrettem britischem Akzent meinte “Good
Evening, my name is Johnny Flynn”. Okay. Als er dann, anfing zu
spielen, schien sich bei den mich umgebenden Personen ein wenig die
Langeweile ob des gefühlvollen Singer/Songwriter-Sounds breit zu
machen, aber ich fand es durchaus toll. Werd ich mir mal acuh so
anhören.
Anschließend kamen die Mystery Jets, die zweite Vorband. Optisch
extrem gewöhnungsbedürftig mit Glitzer in den Haaren, dem Gesicht und
sowieso allem, aber ich hatte vorher schon ein bisschen reingehört in
ihre Musik, und die iste cht gut, also war die Stimmung am Steigen.
Nach einer weiteren halben Stunde Warten kamen sie dann, das Mainevent, die Kooks. Sie begannen mit Always Where I Need To Be, und es ging gleich ordentlich ab.
Eigentlich dachte ich dass es ein eher ruhigerer Abend werden würde,
die Kooks sind ja nicht unbedingt für ihre Hüpftauglichkeit bekannt.
Falsch gedacht, live sieht das Ganze doch anders aus, also war’s doch
anstrengend, nass und vor allem geil!
Die Jungs haben dann alles aus ihrem Repertoire rausgeholt was ging, Shine On, She Moves In Her Own Way, Naive, Sofa Song, Want You Back, Do You Wanna und was es alles so gibt. Inklusive in-die-menge-springen des charismatischen Sängers Luke Pritchard.
Mein persönliches Hochlicht war als Luke nach einer kurzen Pause
(und wohl auch einem kurzen Joint/einem kurzen Kurzen/einem Gläschen
Whiskey/insert Rauschmittel here) wieder alleine, nur mit einer Akustik
bewaffnet, auf die Bühne kam und Seaside und Jackie Big Tits zum besten gab. Gänsehaut.
Das kurze Intermezzo hinter der Bühne machte sich dann auch in Lukes
Stimme bemerkbar, der hörbar ein wenig lallte…wenn er’s braucht, der
Stimmung in der Halle und Qualität der Musik tat dies aber keinen
Abbruch.
Nach weiteren Songs war’s dann endgüötig vorbei, ich brauchte
erstmal was flüssiges, was ich dann in einem Liter Cola aus dem neben
an liegenden (bzw. eher stehenden) Kino auch fand. Der Rest kaufte sich
dann noch Poster für je 3 € bei so nem Typen vor der Halle (der muss
GEwinn gemacht haben!!!).
Dann ging es mit dem Gefühl im Bauch, ein richtig gutes Konzert
einer richtig, richtig guten Band miterlebt zu haben nach Hause. Gerne
Wieder.
(Toller Schluss, gell :P)
|
|
|
Tags: The Kooks, Kooks, Konzert, Stuttgart, Liederhalle, Mystery Jets, Johnny Flynn
|
| Kommentare (0) |
|
|
|
|
| Rise Against - Appeal To Reason
|
|
von: M_C |  23.12.2008 19:37:18
|
|
|
Rise Against sind leider nicht so bekannt, wie sie es (meiner
Meinung nach) sein sollten. Ein tolle Punkrock/Melodichardcore-Band,
politisch, kritisch und mit einem grandiosen Sänger.
Der heißt Tim McIlrath und schreibt die Songs. Und der schreibt sie
toll. Manchmal, wie bei solcher Musik üblich, schreit er auch. Auch
ganz toll. Das letzte Album, The Sufferer And The Witness war groß, ganz groß.
Jetzt kam schon das fünfte Studioalbum, Appeal To Reason, raus. Und da schreibt der Tim die Songs etwas anders…
Und er schreit auch weniger. Aber lassen wir das Album erstmal beginnen…
Collapse (Post-America) eröffnet das Album ganz Rise
Against-typisch. Treibende Drums, nette aufgedrehte Gitarren und Tim in
topform. Fängt ganz nett an, ist nichts überraschendes.
“Long Forgotten Sons” zeigt dann aber die Richtung, in die diese
Scheibe geht. Man drückt nicht voll aufs Gas, alles wird ein bisschen
langsamer, fließender. Tims Gesang ist ausdrucksstark und klar,
langgezogen.
Das gleiche lässt sich auch von den Songs “Audience Of One”, “The
Strength To Go On” (sehr catchy!), “The “Dirt Whispered”, “Hairline
Fracture”, “Whereabouts Unknown” und “From Heads Unworthy” sagen. Wobei
letzteres noch einmal durch tollen Rhytmus und den Text heraussticht.
Ob einem diese Entwicklung zum nicht mehr so kantigen Sound gefällt,
muss man selbst wissen. Diese Entwicklung zeigt sich bei allen Rise
Against Alben…So war Unraveling noch rau und teils wirklich mit
Core-Einflüssen, so ist diese Platte zwar immer noch Rise Against, aber
doch anders.
Herauszuheben ist auf jeden Fall noch die Single “Re-Education”, die auch das Appeal-Tempo zeigt, dabei aber mit grandiosem Riff und klasse Refrain punktet.
Es gibt auch wieder schnelle drauf-drauf-Songs, diese
gehören dann auch meist zu den stärkeren. “Entertainment” (mit Schrei!)
und “Kotov Syndrome” sind Hymnen, wie man sie von RA gewphnt ist,
passen aber dennoch ins Gesamtbild des Albums.
Und dann wäre da noch die fast schon obligatorische Akustik-Nummer.
Hier heißt sie “Hero Of War” und handelt mehr oder weniger von den
amerikanschen Soldaten im Krieg. Wie sie für ihr Land denken.Und bei
diesem Song bekomem ich einfach Gänsehaut. Tims Gesang berührt, der
Text und die Melodie tuen ihr übriges dazu. Dieses Lied ist eines der
Stärksten, die ich seid langem gehört habe!
So lässt sich abschließend sagen, dass Rise Against sich mit diesem
Album wieder ein Stück weiterentwickelt haben. Sicherlich in Richtung
des sogenannten “Mainstreams”, aber sie bleiben gut und sich doch
irgendwie treu. Es gibt einige Highlights und Rise Against-Standard,
der liegt aber ziemlich hoch. Deswegen
8/10 Punkten
Anspieltipps: Re-Education (Through Labour); Hero Of War; Entertainment; From Heads Unworthy
|
|
|
Tags: Rise Against, Appeal to reason
|
| Kommentare (0) |
|
|
|
|
| Die Ärzte - Jazz ist anders
|
|
von: M_C |  23.12.2008 19:34:57
|
|
|
Das erste Studioalbum der Ärzte seit
4 Jahren. Ich maße mir hier mal an sie zu
bewerten. Beginnen wir mit der Verpackung, die ersteinmal sofort ins Auge
sticht: Das neue Album kommt in einer kleinen Pizzaschachtel mit links
zusehendem Pizzabäcker-Cover. Die nächste Überraschung beim einlegen
der CD: Die CD sieht aus wie eine Pizza, außerdem liegt noch eine
Mini-CD in Form einer Tomate bei, zu dieser später mehr. Aber zur
Musik: Der erste Track “Himmelblau” ist ein solider Opener, der zwar
nicht sofort mitreist, aber typisch Farin Urlaub Lust auf mehr macht.
Schon der 2. Song “Lied vom Scheitern” überzeugt dann aber voll und
ganz, den Refrain singe ich beim zweiten hören lauthals mit “Du bist
immer dann am besten, wenns dir eigentlich egal ist”. Nummer 3 ist dann
Rods erster Auftritt. “Breit” Reist mit und nimmt wunderbar die
Drogenexzesse vieler Rockmusiker auf die Schippe.
Ein richtiger Kracher folgt dann mit “Lasse redn” von Farin. Mit
einer Melodie die super zum Schunkeln und Mitgehen einlädt singen dä
“Lass die Leute redn und lächle einfach mild. Diemeisten Leute haben
ihre Bildungaus der Bild”. Das ist Songwriting auf hohem Niveau. Mit
Nummer 5 “Die ewige Maitresse” Folgt ein schnellerer Song, kein Tophit,
aber er passt sehr gut ins Album.
“Junge” ist sicher schon bekannt, ist ja die erste
Singleauskopplung. Muss man wohl nicht mehr viel sagen, ein Hit. “Nur
ein Kuss” ist dann eine wundrbare Akustik-Nummer, die vom
(vergeblichen) Glauben an die Liebe handelt, ein wunderbares Lied!
Typisch Ärzte: auch in diesem Liebeslied ein wenig ausfallendes: “Ich
schnitt den Fremden auf, bloß ein kleine Stück - und ich holte mir mein
Herz zurück”. Mit “Perfekt” folgt ein weiterer Hit, ein klarer Kandidat
für eine Singleauskopplung. Zu toller Ärzte-Melodie singt Bela B. von
Erwartungen an die Liebe.
An Nummer 9 steht “Heulerei”, und wer sich denkt warum die ärzte so
ernst sind auf diesem Album bekommt jetzt seine etwas punkigere Nummer.
In “Licht am Ende des Sarges” erzählt Bela über einen lustigen Vampir.
Einer meiner Favoriten ^^ “Niedliches Liebeslied” ist genau das was der
Titel aussgat, nicht mehr und auch nicht weniger. Diese klitzekleine
Schwäche wird ausgeglichen durch das überraschende “Deine Freundin(wäre
mir zu anstrengend)”, dass dem Namen des Album alle Ehre macht(locker
daherswinegende Jazz/Funknummer) und auch textlich voll überzeugt.
“Allein” beginnt mit AC/DC mäßigen Glocken, geht dann über in eine
typische Ärzte Ansage, es geht um Lebensziele und Versäumnisse.
Wunderbarer Refrain mit tollen Gitarren! Dann kommt “Tu das nicht”,
einer meiner Lieblinge. Bela kritisiert ironisch und schreiend die
übertrieben Verurteilung von Raubkopieren (zur Erinnerung: Ärzte Cds
sind meist ohne Kopierschutz). Einfach wunderbar, hab teilweise Tränen
gelacht! “Living Hell” ist imo ein weiterer Singlekandidat. Zum Text
nur: “Ich brauch kein Haus aus purem Gold(…)ich will nicht müssen was
ich muss(…)ich will nur etwas Ruhe”. Mit “Vorbei ist vorbei” findet
dieses gelungene Album einen würdigen Abschluss.
Insgesamt kann man zum neuen Album sagen: Die Ärzte blödeln nicht
mehr soviel herum wie in früheren Tagen, bleiben sich aber treu und
machen einfach gute Musik. Live klingen die neuen Songs auch ziemlich gut, kommen da aber nicht ganz an die Klassiker ran mangels Hüpfpotenzial. Zur Bonus CD: Die Ärzte
besingen sich in 3 Songs augenzwinkernd selbst, eine nette Dreingrabe!
Wertung: 7.5/10 Punkten
Anspieltipps: Lasse redn, Nur einen Kuss, Living Hell
|
|
|
Tags: Die Ärzte, Ärzte, Jazz ist anders
|
| Kommentare (0) |
|
|
|
|
|
|
|
|