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Offener Brief an....

Autor: Caillin
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Beschreibung:

Hier schreibe ich offene Briefe an verschiedene Menschen und Gruppierungen. Bildquelle: Christian Seidel / Pixelio.de

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... Peter Pan
von: Caillin |  28.05.2009 21:26:56
Lieber Peter,

ich erinnere mich noch daran, als sei es gestern gewesen, wie ich stundenlang von meinem Kinderzimmerfenster aus in den Nachthimmel starrte und darauf wartete, dass dein Schiff vorbei fliegt und du mich mit nimmst, nach Nimmerland. Aber du bist nie gekommen, du hast mich nie abgeholt. Böse kann ich dir deswegen nicht sein, du kennst mich ja nicht einmal, weißt nicht einmal, dass ich existiere. Und wenn dir dein Schatten abhaut, wäre ich wohl nie, wie eine Wendy, auf die Idee gekommen, ihn dir anzunähen. Dafür fehlen mir die hausfräulichen Qualitäten, bis heute. Dabei bin ich das geworden, wovor du mich eigentlich bewahren solltest - erwachsen. Zumindest mein Körper und der Teil von mir, der jeden Tag zur Arbeit fährt. Doch in mir lebt ein Kind, und das will immer noch nach Nimmerland. Du könntest dich doch bestimmt daran gewöhnen, dass der Körper, in dem dieses Kind lebt, der einer Siebenundzwanzigjährigen ist. Du müsstest auch keine Angst haben, dass ich wieder zurück nach Hause wollen würde. Ich würde dich nie verlassen, so wie Wendy es getan hat. Sie wollte erwachsen werden- ich weiß wie es ist und sehne mich daher nicht danach. Außerdem könnte ich mich doch um die verlorenen Jungs kümmern. Es gibt sicher wieder neue in Nimmerland, die Darlings können schließlich nicht alle bei sich aufnehmen, außerdem sind sie inzwischen bestimmt schon lange tot. Die alten verlorenen Jungs wollten eine Mutter, und die neuen wollen bestimmt auch eine. Wenn du mich zu dir nach Nimmerland holst, brauchst du keine Angst haben, dass jemand wie Wendy sie mit sich zu ihren Eltern nimmt. Wieso sollten sie Nimmerland verlassen wollten, wenn ich mich wie eine Mutter um sie kümmere? Wenn du also das nächste Mal versuchst, die Fenster von Kinderzimmern zu schließen, in die die Kinder doch irgendwann zurückkehren wollen, fliege doch einen kleinen Umweg und schaue bei mir vorbei. Jetzt, da die Sommernächte wieder lauer werden, findest du mich bis in die Nacht auf den Balkon, und immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich immer noch nach dir Ausschau halte und freue mich darüber. Angst habe ich vor dem Sommer, in dem ich nicht mehr hoffe, dass du mich doch noch abholen kommst. Denn dann bin ich wirklich voll und ganz erwachsen.


 

Tags: 

Peter Pan, Jugend, Kindheit, Erinnerungen

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... die Wähler
von: Caillin |  16.05.2009 06:15:23
Liebe Wähler,

leicht haben Sie nicht. Die richtige Partei zu finden ist schon in gewöhnlichen Zeiten nicht leicht, jetzt wird es durch die Finanzkrise noch schwerer. Und bei der Europawahl wissen viele erst recht nicht, wem sie ihre Stimme geben sollen und lassen es daher lieber bleiben. Bitte tun Sie das nicht, gehen Sie zur Europawahl. Vieles wird bereits über die EU geregelt, es gibt sogar Verordnungen für die Mindestgröße von Bananen im Supermarkt. Europa hat Einfluss auf unser Leben, und dieser wird in Zukunft noch zunehmen. Auch das Nichtraucherschutzgesetz entstand aufgrund einer EU-Initiative.
Wer Europa mitgestalten möchte, sollte unbedingt von seinem Recht Gebrauch machen, mitzuentscheiden, wer im Europaparlament sitzt.

Teilweise finden zeitgleich auch die Kommunalwahlen statt. Auch diese sind enorm wichtig, denn Ihre Stadt entscheidet über den eventuellen Verkauf von Wasser- und Energieversorgung und die Investitionen, welche die Kommune mit dem zur Verfügung stehenden Budget tätigt. 

Was wirklich das Beste für Ihre Stadt, unser Land oder Europa ist, weiß wohl keiner. Aber wir alle haben Vorstellungen und Ideale. Manche Parteien teilen diese, manche weniger. Machen Sie sich mit den Programmen vertraut und treffen Sie dann Ihre Entscheidung. Nutzen Sie auch die Möglichkeit zum Gespräch an den Wahlständen. Insbesondere bei den Kommunalwahlen ist das eine gute Möglichkeit, die Kandidaten kennen zu lernen, denn oftmals stehen sie selbst am Stand oder sind den Standbetreibern zumindest gut bekannt. 

Aber bitte diskutieren Sie auch wirklich mit den Parteimitgliedern und greifen Sie diese nicht einfach an. Auch wenn das Bild vom raffgierigen Politiker beliebt und in vielen Köpfen fest verankert ist, stimmt es in den meisten Fällen nicht. Selbst Spitzenpolitiker verdienen im Verhältnis zu vielen ähnlich verantwortlichen Jobs in der freien Wirtschaft relativ wenig. Kommunalpolitiker bekommen oft nur eine Aufwandsentschädigung, wenn überhaupt. Die Menschen, die an den Ständen stehen, tun dies in ihrer Freizeit. Sie bekommen dafür keinen Cent. Sie stehen dort, weil sie von den Ideen und Lösungsvorschlägen ihrer Partei überzeugt sind, zumindest im Großen und Ganzen, denn auch innerhalb von Parteien gibt es unterschiedliche Meinungen. Letztendlich entscheidet demokratisch die Mehrheit über das Programm.

Und werfen Sie den Politikern bitte nicht andauernd vor, sie würden nur lügen. Politik funktioniert nun einmal nicht so, dass alle Parteien nach der Wahl ihr komplettes Programm umsetzen können. Das ist aufgrund der teilweise starken Unterschiede zwischen den Lösungsansätzen der Parteien nicht möglich.
In ein Wahlprogramm schreibt jede Partei, was sie erreichen möchte. So lange jedoch keine von ihnen die absolute Mehrheit erreicht, kann kaum erwartet werden, dass sie ihr vollständiges Programm durchsetzt. Dafür benötigt sie die Stimmen der anderen Parteien - und diese werden wohl kaum etwas absegnen, von dem sie nicht überzeugt sind. Politik besteht aus Verhandlungen und Kompromissen. Die Parteien setzen sich zusammen und versuchen, einen Weg zu finden, mit dem alle halbwegs zufrieden sein können. Dabei möchte jede Partei selbstverständlich eigene Programmpunkte verwirklicht wissen, und so werden Kompromisse geschlossen. So scheitert die Umsetzung des Parteiprogramms in vielen Punkten am Widerstand der Konkurrenz. In den Programmen steht, was die jeweilige Partei erreichen möchte und durchsetzen würde, wenn sie allein entscheiden könnte. Je mehr Stimmen die jeweilige Partei erhält, umso höher ist daher die Chance, dass weite Teile ihres Programms verwirklicht werden.

Informieren Sie sich, diskutieren Sie mit und machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Denken Sie immer daran, dass eine nicht abgegebene Stimme indirekt der Partei nützt, die letztendlich die meisten Stimmen erhält, denn sie fehlt den anderen. 


 

Tags: 

Politik, Wahl, Europawahl, Kommunalwahl

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